Das Koboldland

Irgendwo, keiner weiß genau, wo, liegt das Koboldland. Sicherlich ist es nicht gar zu weit vom Märchenland, wie sonst hätte Pittiplatsch zu Meister Nadelöhr gelangen können? Das Koboldland ist ein Ort der wundersamsten Pflanzen und Tiere. Da wohnt in einer finsteren Höhle ein feuerspeiender Drache, an den Bäumen wachsen Pfefferkuchen, hinter hohen Bergen hausen die Riesenvögel und dort, wo der grüne Schnee fällt, wohnen in spitzen Iglus die Schneetrolle. Aber auch Pittis Familie wohnt im Koboldland. Manchmal, meistens zur Winterszeit, besucht der kleine Kobold seine Großmutter und seine Geschwister.
Die Serie "Pitti reist ins Koboldland" entstand Anfang der 70er Jahre und wurde bis zur Wende gedreht. Sie war eine Reihe von halbstündigen Kurzfilmen, die zu besonderen Anlässen (Weihnachten, Neujahr o.ä.) ausgestrahlt wurden. Außerdem gab es einige Abendgrüße mit Koboldlandgeschichten.


Omama

Guten Tag, Kinder, ich bin die Großmutter vom Pittiplatsch, vom Nickeneck, dem Drehrumbum und der Wuschel. Ich wohne in dem kleinen Kaffeekannenhaus mitten im Koboldland und bin schon über 500 Jahre alt! Alle meine Enkelchen habe ich lieb und gerne mache ich ihnen eine Freude. Als Koboldfrau kann ich natürlich auch ein bisschen zaubern, und in meinem langen Leben habe ich schon viel erlebt. Abends sitze ich oft mit meinen Enkeln am Kamin, in dem das Kakaoholz lustig knistert, und erzähle ihnen Geschichten.
Die Reihe der Koboldlandgeschichten begann mit einer Episode, in welcher Pittiplatsch auf einem Schlitten zur Omama fahren wollte, um ihr die vom Meister Nadelöhr reparierte Zauberbrille zu bringen, mit der sie allen Unfug, den die Koboldkinder anstellten, sehen konnte. Wahrscheinlich die meisten Koboldlandgeschichten stammten aus der Feder von Günther Feustel. Omama wurde meistens von Friedgard Kurze gesprochen und von Ingeburg Fülfe geführt; in der Folge "Die drei Nixen" ist es jedoch eine andere Sprecherin.

Drehrumbum

Ich bin Drehrumbum, der Runde, und drehe alles rum, jede Stunde! Das ist der einzige Koboldspruch, den ich kenne. Der Pittiplatsch kennt ja vielmehr. Von seinen Geschwistern bin ich der einzige, der ihn manchmal im Märchenland besucht, denn ich bin einer seiner besten Freunde. Ich wohne übrigens in einem alten Fass mit einem blechernen Schornstein.
Drehrumbum wurde von vielen Puppenspielern und Sprechern betreut, so z.B. von Renate Mladenov und Anneliese Pohl. Dunkle Erinnerungen älterer Homepagefreunde lassen vermuten, dass Drehrumbum schon zu Meister-Nadelöhr-Zeiten existierte und Pittiplatsch damals in der Schneiderstube - zumindest ein oder zwei Mal - besuchte. Sicher ist auf jeden Fall, dass später - als Mischka in die Schneiderstube eingezogen war und Meister Nadelöhr nicht mehr dort wohnte - die gesamte Koboldfamilie ihren Pittiplatsch ab und zu im Märchenland besuchte. Das Lied des Drehrumbum, von dem später nur der erste Vers gesungen wurde, ging in den frühen Episoden der Koboldlandserie übrigens etwas länger. Den Text könnt ihr hier nachlesen.

Wuschel

Hallo, ich bin die Wuschel! Ich bin ein kleines Koboldmädchen und wohne in einem kleinen Haus mit Tannenzapfendach. Wenn der Pittiplatsch zu Besuch kommt, wohnt er bei mir, denn in den Häuschen der anderen ist es zu eng. Besonders stolz bin ich auf meine grünen Haare, solche hat sonst niemand weit und breit! Wisst ihr übrigens, dass wir Koboldgeschwister verzauberte Hausgeräte besitzen? Ich habe einen Mopp, der Drehrumbum einen Handfeger und Pitti einen Besen. Darauf können wir fliegen!
Wuschel wurde zumeist von Friedgard Kurze gesprochen und gespielt. In einem Bericht von Tina Sengewisch in Echo der Frau (Nr. 38, 2003) deutet die Puppenspielerin an, dass Wuschel am Anfang ihrer Entstehung als Koboldfreundin für Pitti gedacht war, unkontrollierbare Gummibeine hatte und zuerst Platscheline heißen sollte. Auch war sie wohl zuerst für die Sendung "Zu Besuch im Märchenland" vorgesehen. Interessant bei der gesamten Koboldsippe ist, dass die Geschwister (oder sind es doch nur Vettern?) zwar eine Großmutter, aber keine Eltern haben. Was mit Koboldmama und Koboldpapa passiert ist, konnte man noch nicht in Erfahrung bringen...

Nickeneck

Nickeneck, ach du schreck! Da bleibt mir glatt die Spucke weg! Ich bin der Nicke und wohne in einem Haus aus Stein. Sein Dach, seine Tür und seine Fensterläden sind aus Herbstblättern. Als einziger Kobold habe ich eine spitze Nase, darauf bin ich besonders stolz. Alle anderen haben ja nur Knubbelnasen. Am liebsten helfe ich der Omama, denn sie belohnt mich dafür immer mit einer kleinen Überraschung. Mit dem Pittiplatsch zanke ich mich manchmal. Der ist nämlich gar nicht so lieb wie er immer behauptet!
In den ersten Folgen der Koboldlandreihe in den 70ern war es niemand geringerer als Helga Hahnemann, die Nickeneck die Stimme lieh; geführt wurde die Figur meist von Christine Neißner. Später wurde Nicke zumeist von Helga Sasse gesprochen (die auch die Masine im "Spielhaus" sprach) und von Peter Bausdorf geführt.
Übrigens: Wie bei den Buddelflinkgeschichten gibt es auch von der Serie "Pitti reist ins Koboldland" weder Bilderbücher noch Schallplattenaufnahmen. Nur in dem Nach-Wende-Buch "Das Krokodil im Briefkasten" (Verlag Junge Welt) wird auf den letzten Seiten etwas vom Koboldland gesagt und Drehrumbum spielt sogar in einer Pitti-Moppi-Geschichte mit.

Onkel Waldschrapp

Schrapp, Schrapp, Schrapp, guten Tag, Kinder, ich bin der Onkel Waldschrapp! Ich fahre mit meinem Schneeschieber durch das Koboldland, denn hier ist sehr lange Zeit Winter! Ich schaue nur ab und an mal bei Omama und den Koboldkindern vorbei, denn meine Arbeit ist wirklich ausgesprochen wichtig, schrapp-schrapp! Übrigens bin ich im Besitz des Koboldlexikons, in dem viele wichtige Informationen stehen. Ab und zu konnte ich damit dem Pittiplatsch schon helfen, schrapp, schrapp.
Sprecher und Puppenspieler wechselten auch bei dieser Figur öfters. Wahrscheinlich wurde Onkel Waldschrapp u.a. von Willi Scholz oder Hans-Otto Rieck gesprochen (die Folge "Der Lügendrache" gibt wiederum einen anderen Sprecher an). Er spielte nicht in allen Folgen der Koboldlandreihe mit; seinen Schneeschieber, der so etwas wie ein Eigenleben führt, nannte er Schrapp.

Der Wurzeltroll

"Wurzeltroll husch! Spring in den Busch!" Das ist mein Liedchen, und ich bin der garstige Wurzeltroll. Mit der Koboldfamilie vertrage ich mich nicht; einmal wollte ich den frechen Pittiplatsch sogar gefangennehmen! Ich spiele nun einmal sehr gerne üble Streiche und erschrecke gern die Kinder, hehe! Wo ich wohne, wollt ihr wissen? Nun, das verrate ich eigentlich nicht gerne, aber ich lebe unter den Baumwurzeln in einer Art Höhle... Was mir am allerwichtigsten ist, sind Glitzersteine. Die sammle ich nämlich - und keiner soll es wagen, mir einen wegzunehmen!
Viel wissen wir über die Figur nicht; wahrscheinlich war es Victor Deiß, der ihn sprach. Der Wurzeltroll hat laut der offiziellen Sandmännchen-Homepage in der Reihe "Pilzgeschichten" mitgespielt, in der die Steinpilzfamilie, die Fliegenpilze und die Pfifferlinge die Hauptfiguren waren, doch einigen Besuchern ist er als Bewohner des Koboldlandes in Erinnerung (scheinbar hat er einen bleibenden Eindruck hinterlassen). Auch mit Fuchs und Elster soll er mal zu tun gehabt haben - er hat der Elster übel mitgespielt und Herr Fuchs musste sie heldenhaft retten!... Ob es sich vielleicht um zwei verschiedene Wurzeltrolle handelt oder ob diese Figur tatsächlich im Koboldland und Märchenwald auftauchte, können wir leider nicht mit Bestimmtheit sagen (und auch nicht, ob die "Pilzgeschichten" in Verbindung mit dem Märchenland standen oder eine in sich geschlossene Welt darstellten).

Eine weiterer Kobold...

... aus dem Koboldland ist diese Figur. Unsere Homepage-Besucherin Sabine hat uns das Foto geschickt. Ihrer Meinung nach handelt es sich um den Mechanikus, der die von Pitti zerstörte Geburtstagsuhr reparierte. Hat jemand eine andere Ansicht oder kann sich ebenfalls an Mechanikus erinnern?



Brumba

Wau-wau, ich bin Brumba, der Hund von Omama! Ich bin zwar nicht immer bei den Abenteuern der Koboldrasselbande dabei, aber trotzdem bin ich ein guter Freund, mit dem man lustig spielen kann, wuff-wuff!
Brumba wohnte bei der Omama im Kaffeekannenhaus und wurde von Heinz Fülfe gesprochen und geführt. Im Gegensatz zu anderen Hunden des Kinderfernseh-Märchenlandes bellte er nur, sprach aber nie. Einmal bekam Brumba Junge, was darauf hinweist, dass es sich um ein Weibchen handelt. Diese Welpen kamen aber - soweit wir wissen - lediglich in einer Episode vor.