Das Pittiplatsch-Ensemble - Ein märchenhaftes Team auf Tour

Schon immer reisten die Figuren des DDR-Kinderfernsehens durch das ganze Land in fast jedes Dorf, um bei den Kindern zu sein und ihnen von ihren spannenden Abenteuern zu berichten. Fragt mal eure Eltern, gewiss waren die schon live bei einem Meister Nadelöhr Auftritt! Oder vielleicht ward ihr selber als ganz kleine Kinder mal bei einem Auftritt von Taddeus Punkt und Struppi oder Frau Puppendoktor Pille?
Nach der Wende sah es für das Team aus dem Märchenland gar nicht gut aus. Abendgrüße wurden nicht mehr gedreht, im Fernsehen nur noch die alten Folgen wiederholt. 1994 starb Heinz Fülfe (Frau Elster, Struppi, Taddeus Punkt) und seine Frau Ingeburg (Mauz) zog sich vom Puppenspiel zurück.
Aber in Rente wollten die restlichen Puppenspieler Heinz Schröder, Friedgard Kurze und Bärbel Möllendorf noch lange nicht gehen, und auch das Publikum hatte keine Lust, auf Pittiplatsch und seine Freunde zu verzichten. Also begannen die Puppenspieler mit dem Show-Express Könnern eine Tour durch Theater, Kindereinrichtungen und Hallen, um Kleine und Große zu erfreuen und die Erinnerung an die Figuren frisch zu halten. Gemeinsam mit dem Musiker Henry Kaufmann, der auch schon fürs DDR-Kinderfernsehen komponiert hatte (u.a. das "Jan und Tini"-Titellied), ließen die Künstler ihren Pittiplatsch, ihren Herrn Fuchs und ihr Schnatterinchen auf Weihnachtmärkten und Festveranstaltungen auftreten. Ihre Darbietungen waren sehr beliebt und jedes Mal ausverkauft. Also musste man neue Geschichten entwickeln, die Tour des Ensembles wurde unendlich lang. Friedgard Kurze stieg nach einiger Zeit aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters aus, und Schnatterinchen wurde durch Ente Watscheline ersetzt. Zur Tournee gab es im Laufe der Jahre verschiedene Prospekte. Einen Querschnitt durch diese Prospekte könnt ihr bei uns lesen (oder herunterladen): Pittiplatsch und Schnatterinchen. (inkl. Bildern ca. 2,14 MB) Die Prospekte wurden von der Druckerei Dietrich Krause, Bernburg hergestellt. Die Texte stammen von Mario Behnke.

  

Bärbel begrüßt Onkel Uhu während eines Auftritts in Großräschen. Auch Frau Igel schaut kurz rein.

In dem knapp einstündigen Programm des Pittiplatsch-Ensembles gab es auch ein Wiedersehen mit Onkel Uhu, Frau Igel und Buddelflink sowie ein kurzes Segment mit den klassischen Puppentheaterfiguren Kasper, Gretel und Hexe. Auch neue Figuren wie der Hund Flocki (der stark an Struppi erinnert und wahrscheinlich ein Enkelchen von ihm ist) tauchten auf. Anlässlich des 50. Geburtstages von Schnatterinchen im Jahre 2007 verließ Watscheline die Bühne wieder und es übernahm Bärbel die Rolle der Schnatterente. Heinz Schröder holte außerdem den alten Bummibären wieder hervor, der nun Schnatterinchens Versuchsobjekt bei ihren Zauberkünsten wurde. Der Musiker Henry Kaufmann musste inzwischen aufgrund seines hohen Alters das Ensemble verlassen, dafür kam Helmut Frommhold hinzu.

  

Doch auch abseits der Bühnen waren Heinz Schröder und Bärbel Möllendorf noch tätig. Im Jahre 2007 haben die zwei bspw. bei der Aktion "Menschen für Menschen" mitgemacht und als Pitti, Herr Fuchs und Watscheline jeweils ein kurzes Märchen für die CD Der Zauber von Afrika aufgenommen (Verlag steinbach sprechende bücher)!
Am 22. April 2009 verstarb Heinz Schröder plötzlich im Alter von 80 Jahren. Bis zu seinem Tod ist er seinen Figuren treu geblieben und hat unzählige Kinder und Erwachsene erfreut.

Dieses Prospekt wurde 2002 anlässlich Pittis 40. Geburtstag herausgegeben. Spätere Programmhefte, wie das von 2007, kann man beim Show-Express Könnern im Online-Shop bestellen.

Nach einer Pause ging es im August desselben Jahres dennoch weiter - ohne Pitti, Herrn Fuchs und Buddelflink. Dafür sprang Barbara Augustin mit ihren Figuren Hoppel und Mischka ein und das Programm wurde in eine Zirkusshow verwandelt. Schließlich fand das Ensemble nach längerer Suche im Puppenspieler Norbert Schwarz einen Nachfolger für Heinz Schröder, dessen Stimme ja so schwierig nachzuahmen ist. Norbert Schwarz übernahm jedoch nicht nur den Pitti und den Fuchs, sondern stellte seine Spiel- und Stimmkunst auch Moppi und Frau Elster zur Verfügung, zwei Figuren, die lange nicht mehr im Programm des Live-Ensembles gesehen wurden. Erneut wurde das Programm umgeschrieben, heißt nun "Pittiplatsch auf Reisen" und bietet aufregende Erlebnisse im Märchenwald!


Das "Zwischenlösungs"-Logo des Ensembles nach Heinz Schröders Tod - Mauz, Hoppel und Mischka sind wieder mit dabei, doch Pitti hatte noch keinen neuen Sprecher und fehlte deshalb.

Das Pittiplatsch-Ensemble in neuer Besetzung: Norbert Schwarz (oben), Barbara Augustin (Mitte) und Bärbel Möllendorf.

Seit Mai 2010 melden die Zeitungen, dass statt Norbert Schwarz ein junger Puppenspieler namens Christian Sengewald die Figuren Pitti, Fuchs, Elster und Moppi übernommen hat. Wie und warum es zu dem erneuten Wechsel kam, ist unbekannt; offenbar war Schwarz nur eine vorrübergehende Lösung gewesen. Sengewald gehört nun fest zum Ensemble, welches wieder regelmäßig durch die Lande zieht. Passend dazu wurde auch die offizielle Pittiplatsch-Homepage des Show-Express Könnern aktualisiert.


Christian Sengewald und Bärbel Ola-Möllendorf mit den Figuren


Barbara Augustin und Christian Sengewald

Verstärkung bekam das Team dann 2011 zusätzlich mit dem Puppenspieler Tobias Schülke (Quelle: Chemnitzer Freie Presse). Offenbar lösen sich Sengewald und Schülke während der Tournee ab, je nachdem, welche anderen Verpflichtungen die beiden neben ihrer Tätigkeit als Pitti-Spieler nachgehen müssen.


Tobias Schülke und Bärbel Ola-Möllendorf mit Pitti und Schnattchen (Foto: MZ)